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Wichtige Änderungen! GKV-Versorgung mit CAM

Stand: 12. Oktober 2026

GKV-Versorgung mit Cannabisarzneimitteln – Was ändert sich?

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Verordnung und Kostenübernahme von Cannabisarzneimitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geändert.

Das Gesetz wurde am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 228) und ist am 30. Juli 2026 in Kraft getreten.

AKTUELL!

Gesetzgeber plant Klarstellung zum Therapieversuch mit Fertigarzneimitteln

Am 7. Oktober 2026 hat der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen angehört, der die seit dem 30. Juli 2026 geltende Regelung zum vorgeschalteten Therapieversuch nach § 31 Abs. 6 SGB V konkretisieren soll. Anlass ist die unterschiedliche Auslegung durch KBV und GKV-Spitzenverband: Umstritten war, ob ein zugelassenes cannabishaltiges Fertigarzneimittel auch dann zuerst eingesetzt werden muss, wenn es für die jeweilige Indikation nicht zugelassen ist.

"Die vertragsärztliche Versorgung hat zunächst mit einem cannabishaltigen Fertigarzneimittel in der Indikation, für das es nach dem Arzneimittelgesetz zugelassen ist, im Rahmen eines Therapieversuchs zu erfolgen."

Wird die Änderung beschlossen, gilt:

  • Der Vorrang des Fertigarzneimittels besteht nur innerhalb seines zugelassenen Anwendungsgebiets. Fehlt ein zugelassenes Präparat für die Indikation, entfällt der Therapieversuch.
  • Die gesetzliche Dauer von sechs Monaten entfällt. Nach der Gesetzesbegründung liegt die Dauer des Therapieversuchs im ärztlichen Ermessen.
  • Nach der Gesetzesbegründung gilt der Vorrang nicht für Bestandspatient:innen, also Patient:innen, denen für ihre aktuelle Indikation bereits ein cannabishaltiges Arzneimittel verordnet wurde.

Status: KBV, GKV-Spitzenverband, AOK-Bundesverband, vdek und G-BA haben die geplante Klarstellung in ihren Stellungnahmen begrüßt. Beschlossen ist sie noch nicht: Die Änderung soll zusammen mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung verabschiedet werden. Bis zu ihrem Inkrafttreten gilt § 31 Abs. 6 SGB V in der derzeitigen Fassung. Wir aktualisieren diese Seite, sobald das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist.

Uebersicht GKV Leistungsanspruch OUTLINE Uebersicht GKV Leistungsanspruch OUTLINE Mobile

Praxisübersicht: Was gelten wird (Stand 12. Oktober 2026)

Voraussetzungen für die Kostenübernahme: Weiterhin erforderlich sind eine schwerwiegende Erkrankung, das Fehlen einer geeigneten allgemein anerkannten Standardtherapie bzw. deren Unanwendbarkeit im Einzelfall sowie eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder schwerwiegende Symptome.

  • Cannabisblüten: Cannabisblüten sind seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr Bestandteil des Leistungsanspruchs nach § 31 Abs. 6 SGB V. Eine Verordnung auf Privatrezept ist weiterhin möglich.
  • Cannabisextrakte, Dronabinol und Nabilon: Cannabisextrakte in standardisierter Qualität sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon bleiben unter den gesetzlichen Voraussetzungen zulasten der GKV verordnungsfähig.
  • Erstmalige Cannabistherapie – kein zugelassenes Fertigarzneimittel verfügbar: Steht für die zu behandelnde Erkrankung kein entsprechend zugelassenes cannabishaltiges Fertigarzneimittel zur Verfügung, ist kein vorgeschalteter Therapieversuch mit einem solchen Arzneimittel erforderlich. Ein Cannabisextrakt oder ein Rezepturarzneimittel mit Dronabinol bzw. Nabilon kann bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen unmittelbar eingesetzt werden.
  • Erstmalige Cannabistherapie – zugelassenes Fertigarzneimittel verfügbar: Ist ein cannabishaltiges Fertigarzneimittel für die betreffende Erkrankung zugelassen, ist dieses grundsätzlich zunächst im Rahmen eines Therapieversuchs einzusetzen. Über die Dauer entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit kann der Therapieversuch beendet und auf ein anderes Cannabisarzneimittel umgestellt werden.
  • Bereits laufende Therapien: Eine vor dem 30. Juli 2026 begonnene Therapie mit Cannabisextrakten oder Arzneimitteln mit Dronabinol bzw. Nabilon kann fortgeführt werden. Ein nachträglicher Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel ist nicht erforderlich.
  • Umstellung bisheriger Cannabisblütentherapien: Patientinnen und Patienten, die bislang Cannabisblüten zulasten der GKV erhalten haben, können auf ein anderes erstattungsfähiges Cannabisarzneimittel umgestellt werden. Ein vorgeschalteter Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel ist bei dieser Umstellung nicht erforderlich. Die Notwendigkeit einer erneuten Genehmigung durch die Krankenkasse ist zu prüfen.

Hinweis für alle GKV-Fälle: Die Regelungen zur Ersttherapie entsprechen der Einigung von GKV-Spitzenverband, KBV und weiteren Verbänden; die gesetzliche Klarstellung ist geplant, aber noch nicht in Kraft. Sie soll zusammen mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung (BT-Drs. 21/6808) verabschiedet werden.Bis dahin gilt § 31 Abs. 6 SGB V in der seit 30. Juli 2026 geltenden Fassung. Bei Unsicherheit daher vor der Verordnung ist die Rücksprache mit der Krankenkasse zu empfehlen und gegebenenfalls auf die Einigung der Verbände zu verweisen.

Weitere Informationen

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1. Was bedeutet das für die Versorgung
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2. Therapieoptionen und Fertigarzneimittel
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3. CAM Therapiekostenvergleich
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4. FAQ
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5. Copeia Anwendungen

1. Was bedeutet das für die Versorgung?

Der Grundanspruch auf eine Cannabistherapie nach § 31 Abs. 6 SGB V ist durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz materiell nicht verändert worden. Versicherte mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben weiterhin dann Anspruch, wenn keine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Behandlung zur Verfügung steht oder diese im Einzelfall nicht angewendet werden kann, und wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbar positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht. Verändert hat sich, welche Arzneimittel diesen Anspruch erfüllen und in welcher Reihenfolge sie einzusetzen sind.

Cannabisblüten sind seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr Bestandteil des besonderen GKV-Leistungsanspruchs nach § 31 Abs. 6 SGB V. Standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon bleiben davon unberührt.

  • Anmerkung: Im Oktober 2026 haben sich GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens darauf verständigt, dass der vorgeschaltete Therapieversuch nur in der zugelassenen Indikation eines Fertigarzneimittels erfolgt und seine Dauer im ärztlichen Ermessen liegt. Damit ist eine offene Auslegungsfrage geklärt: Nach der gemeinsamen Auslegung von KBV und GKV-Spitzenverband vom 6. August 2026 war die KBV ab dem 18. August 2026 in diesem Punkt abgewichen. Gesetzlich ist die Klarstellung noch nicht in Kraft; bis dahin empfiehlt sich bei Ersttherapien die Rücksprache mit der Krankenkasse unter Verweis auf diese Einigung

Neue Cannabistherapie:

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Cannabisblüten: Wegfall und Umstellung

Eine weitere Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist für Cannabisblüten in der Regel nicht mehr möglich. Vorgesehen ist stattdessen die Umstellung auf ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel, in der Regel einen standardisierten Cannabisextrakt oder Dronabinol.

  • Für die Umstellung ist grundsätzlich eine erneute Genehmigung der Krankenkasse erforderlich. Sie entfällt für Ärztinnen und Ärzte, die einer vom Genehmigungsvorbehalt befreiten Facharztgruppe angehören oder eine entsprechende Zusatzbezeichnung führen.
  • Auch genehmigungsfrei verordnende Ärztinnen und Ärzte können freiwillig eine Genehmigung einholen, wenn sie sich absichern möchten.
  • Der Grund des Wechsels sollte dokumentiert werden; bei genehmigungsfreier Verordnung empfiehlt sich zusätzlich eine gesonderte Dokumentation. Die Zweckmäßigkeit der Weiterbehandlung ist in den ersten drei Monaten engmaschig, danach in regelmäßigen Abständen zu beurteilen.
  • Ein vorheriger Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel ist bei der Umstellung nicht erforderlich. Die Begründung zu Änderungsantrag 11 definiert Bestandspatient:innen als Patient:innen, denen für ihre aktuelle Indikation bereits ein cannabishaltiges Arzneimittel verordnet wurde; Cannabisblüten sind davon nach dem Wortlaut erfasst.
  • Alternativ kann die Therapie mit Cannabisblüten auf Privatrezept fortgeführt werden; die Kosten sind dann vollständig selbst zu tragen.

Bestehende Therapien mit Extrakten, Dronabinol oder Nabilon

Patient:innen, die bereits vor Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes mit Cannabisextrakten, Cannabisrezepturen, Dronabinol oder Nabilon behandelt wurden, und deren Therapie bereits vor dem 30.07.2026 von der GKV erstattet wurden, haben weiterhin Anspruch darauf. Folgeverordnungen sind ohne nachträglichen Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel möglich.

  • Wichtiger Hinweis: Der Bestandsschutz ist nicht ausdrücklich im Gesetz geregelt. Er beruht auf der gemeinsamen Klarstellung von KBV und GKV-Spitzenverband und wird durch die Begründung zur geplanten Neufassung von § 31 Abs. 6 SGB V bestätigt: Danach gilt der Vorrang des Fertigarzneimittels nicht für Bestandspatient:innen. Auch nach Inkrafttreten der Neufassung wäre der Bestandsschutz damit in der Gesetzesbegründung verankert, nicht im Gesetzeswortlaut selbst.

Gesetzeswortlaut: Nach § 31 Abs. 6 SGB V in der seit 30. Juli 2026 geltenden Fassung hat die Versorgung bei einer Ersttherapie zunächst mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel im Rahmen eines sechsmonatigen Therapieversuchs zu erfolgen.

Einigung der Verbände (Oktober 2026): Wie weit diese Vorgabe reicht, war seit August zwischen KBV und GKV-Spitzenverband umstritten. Im Oktober 2026 haben sich GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens auf eine gemeinsame Linie verständigt:

  • Der Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel erfolgt nur in der Indikation, für die das Präparat zugelassen ist.
  • Eine feste Dauer von sechs Monaten entfällt; über die Dauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Diese Klarstellung ist gesetzlich noch nicht in Kraft. Bis dahin gilt formal der bisherige Wortlaut.

Handlungsempfehlung für Ärztinnen und Ärzte:

Situation Vorgehen
Kein zugelassenes Fertigarzneimittel für die Indikation (z. B. weite Teile der Schmerztherapie) Cannabisextrakt oder Rezepturarzneimittel direkt verordnen. Vorab Rücksprache mit der Krankenkasse halten und auf die Einigung der Verbände verweisen.
Zugelassenes Fertigarzneimittel für die Indikation (z. B. Spastik bei Multipler Sklerose, Chronische Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente Zunächst Therapieversuch mit dem zugelassenen Präparat. Dauer nach ärztlichem Ermessen; Verlauf dokumentieren.
Fertigarzneimittel unwirksam oder nicht vertragen Therapieversuch abbrechen und auf ein anderes Cannabisarzneimittel (Rezeptur- oder Fertigarznei, außer Cannabisblüten) umstellen. Ein zweites Fertigarzneimittel muss nicht erprobt werden.
Bestandspatient:innen Nicht betroffen; Folgeverordnung ohne Therapieversuch.

Genehmigung: Bei der Erstverordnung ist grundsätzlich die Genehmigung der Krankenkasse einzuholen. Auch Ärztinnen und Ärzte, die vom Genehmigungsvorbehalt befreit sind, sollten dies bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Klarstellung freiwillig tun, um sich abzusichern.

Genehmigung, Zuzahlung, Privatrezept

  • Bei der Erstverordnung ist grundsätzlich eine Genehmigung der Krankenkasse einzuholen, die nur in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden darf (Bearbeitungsfrist 2 Wochen, bei gutachterlicher Stellungnahme 4 Wochen, 3 Tage in der Palliativversorgung bzw. im unmittelbaren Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt).
  • Bestimmte Facharztgruppen und Zusatzbezeichnungen sind von diesem Vorbehalt befreit – diese Ausnahme besteht unverändert bereits vor dem GKV-BStabG.
  • Die gesetzliche Zuzahlung beträgt unverändert 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Verordnung, nie mehr als die Arzneimittelkosten.
  • Auf Privatrezept gelten sämtliche vorstehenden Einschränkungen nicht.

Was ist derzeit noch offen?

  • Inkrafttreten: Die Klarstellung soll mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung beschlossen werden. Ein Termin für die abschließende Beratung in Bundestag und Bundesrat steht noch nicht fest; ein Inkrafttreten um den Jahreswechsel 2026/27 ist möglich, aber nicht gesichert.
  • Praxis der Krankenkassen in der Übergangszeit: Bis zum Inkrafttreten gilt formal der bisherige Gesetzeswortlaut. Wie einzelne Krankenkassen und der Medizinische Dienst Anträge in dieser Zeit bewerten, insbesondere bei Ersttherapien ohne zugelassenes Fertigarzneimittel, ist noch nicht einheitlich erkennbar.
  • Hinweise von KBV und GKV-Spitzenverband: Ob die Verbände die Einigung bis zum Inkrafttreten in aktualisierten Umsetzungshinweisen ausdrücklich für die Praxis empfehlen, bleibt abzuwarten.
  • Endgültiger Gesetzestext: Bis zur Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses kann sich der Wortlaut noch ändern, etwa zur Frage, ob der Bestandsschutz in den Gesetzestext selbst aufgenommen wird.
  • THC-Obergrenze für Extrakte: Eine Begrenzung des THC-Gehalts standardisierter Extrakte wird diskutiert; der G-BA sieht hierfür den Gesetzgeber in der Pflicht. Die geplante Neufassung regelt dies nicht.

Praktische Einordnung

Derzeit stehen nur wenige zugelassene cannabishaltige Fertigarzneimittel zur Verfügung, die sich hinsichtlich Wirkstoffprofil, Applikationsform und zugelassener Indikation erheblich unterscheiden:

  • Sativex® (Nabiximols) ist ein oromukosales Spray mit einem THC/CBD-Verhältnis von etwa 1:1, zugelassen zur Behandlung der Spastik bei Multipler Sklerose. Applikationsform und Therapiekonzept sind nicht ohne Weiteres auf alle bisher mit Dronabinol oder Cannabisextrakten behandelten Patient:innen übertragbar.
  • Canemes® (Nabilon) enthält ein synthetisches Cannabinoid und ist zur Behandlung chemotherapieinduzierter Übelkeit zugelassen. Erfahrungen zur Umstellung von THC- oder THC/CBD-haltigen Cannabisarzneimitteln auf Nabilon liegen nur in begrenztem Umfang vor. Nabilon ist weiterhin auf Betäubungsmittelrezept zu verordnen.
  • Epidyolex® (Cannabidiol) ist ein reines CBD-Präparat mit eng umgrenztem Zulassungsbereich und kommt als Vorstufe einer THC-basierten Therapie regelmäßig nicht in Betracht.
  • Exilby® (Cannabis-Vollspektrumextrakt) ist ein standardisierter, THC-reicher Cannabis-Vollspektrumextrakt, zugelassen für chronische Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente. Aktuellen Stand der Markteinführung einsetzen.

Gerade weil für zahlreiche Indikationen kein passendes zugelassenes Fertigarzneimittel existiert, ist die vom Gesetzgeber geplante Beschränkung des Vorrangs auf das zugelassene Anwendungsgebiet für die Versorgungspraxis von zentraler Bedeutung.

Therapie check

2. Therapieoptionen und Fertigarzneimittel im Überblick

Cannabisarzneimittel stehen sowohl als individuell hergestellte Rezepturarzneimittel als auch als zugelassene Fertigarzneimittel zur Verfügung. Die folgende Übersicht vergleicht die verfügbaren Optionen hinsichtlich Art, BtM-Status, Applikationsform, zugelassener Indikation und Kostenniveau.

Fertigarznei Rezepturarznei
Cannabisarzneimittel Zugelassene Indikation GKV - Erstattungsfähig? Wirkstoff(e) Applikationsform
Cannabisblüten
THC und/oder CBD, weitere Cannabinoide und Terpene. Cannabisblüten mit variabler THC- und CBD-Konzentration
-
NEIN
Privatrezept, Selbstzahler
THC/CBD flower
Inhalativ
FERTIGARZNEIMITTEL
Canemes® (Nabilon)
Synthetisches THC-ähnliches Nabilon, Betäubungsmittel (BTM)
Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen JA
Nabilon
(BTM)
Tablete
Kapseln, oral
Sativex® (Nabiximols)
Feste Kombination aus THC (2,7 mg) und CBD (2,5 mg) pro Sprühstoß
Spastik bei Multipler Sklerose JA THC/CBD Spray-Sativex
Sprühstoß, sublingual / mukosal
Exilby® (VER-01)
Vollspektrum THC-haltiges Cannabixextrakt, weitere Cannabinoide und Terpene
Chronische Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente JA THC Extract
Tinktur, oral
REZEPTURARZNEIMITTEL
* grundsätzlich GKV-Erstattungsfähig, besondere Voraussetzung gelten
Dronabinol Lösung
Monosubstanz (reines THC)
- JA* THC Extract
Tinktur, oral
Dronabinol Kapseln
Monosubstanz (reines THC)
- JA* THC Tablete
Kapseln, oral
Cannabisextrakt Lösung, oral
THC und/oder CBD, weitere Cannabinoide und Terpene. Cannabisextrakte mit variabler THC- und CBD-Konzentration
- JA* THC/CBD Extract
Tinktur, oral
Cannabisextrakt Kapseln
THC und/oder CBD, weitere Cannabinoide und Terpene. Cannabisextrakte mit variabler THC- und CBD-Konzentration
- JA* THC/CBD Tablete
Kapseln, oral
Cannabisextrakt flüssig zur Inhalation
THC und/oder CBD, weitere Cannabinoide und Terpene. Cannabisextrakte mit variabler THC- und CBD-Konzentration
- JA* THC/CBD Andere INHALTION
Inhalativ
Cannabisextrakt Harz/Resin zur Inhalation
THC und/oder CBD, weitere Cannabinoide und Terpene. Cannabisextrakte mit variabler THC- und CBD-Konzentration
- JA* THC/CBD Andere INHALTION
Inhalativ
Therapiekostenvergleich

3. CAM Therapiekostenvergleich

Diese Übersicht zeigt die Tagestherapiekosten, unterteilt nach Cannabinoid-Arzneimittelgruppen, einschließlich Fertigarzneimitteln und cannabinoidhaltigen Phytopharmaka. Die Gliederung der Kosten nach Dosierungsbereichen (sehr niedrig bis sehr hoch) unterstützt Sie dabei, die Wirtschaftlichkeit verschiedener Therapieoptionen zu bewerten.

Therapiekostenvergleich

Erläuterung zur Tabelle

  • Die dargestellten Tagestherapiekosten basieren auf den gesetzlichen Abrechnungsregelungen für Cannabisarzneimittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
  • Der Apothekeneinkaufspreis (AEK) variiert je nach Hersteller teilweise erheblich. Neben Qualitäts-, Herstellungs- und Importbedingungen beeinflussen insbesondere die Wirkstoffkonzentration (THC/CBD) sowie die Darreichungsform den Einkaufspreis. Dadurch können vergleichbare Cannabisarzneimittel unterschiedlicher Hersteller deutlich unterschiedliche Therapiekosten verursachen.
  • Zur besseren Vergleichbarkeit der Therapiekosten wurde für orale THC-haltige Cannabisarzneimittel modellhaft eine Tagesdosis von 2,5-30 mg THC zugrunde gelegt. Für Nabiximols wurde eine Tagesdosis von 2-12 Hüben entsprechend der Fachinformation angenommen. Die gewählten Dosierungen dienen ausschließlich als Berechnungsgrundlage und erlauben keine Rückschlüsse auf die im Einzelfall medizinisch erforderliche Dosierung.
  • Für Rezepturarzneimittel werden die Arzneimittelkosten nach den Vorgaben der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) berechnet. Je nach Art des Ausgangsstoffs und der Zubereitung werden gestaffelte Zuschläge auf den Apothekeneinkaufspreis sowie Rezeptur- und Herstellungskosten berücksichtigt. Zusätzlich fließen Kosten für Packmittel (z. B. Braunglasflaschen oder Kapseln) sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer in die Berechnung ein.
  • Die dargestellten Arzneimittelkosten berücksichtigen weder die gesetzliche Patientenzuzahlung noch den Apothekenabschlag, da beide Positionen den Kostenvergleich zwischen den verschiedenen Cannabisarzneimitteln nicht beeinflussen.
  • Den Berechnungen für Cannabisextrakte liegt beispielhaft ein standardisierter Extrakt mit 25 % THC zugrunde. Aufgrund der teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen den Herstellern können der tatsächliche Apothekeneinkaufspreis und damit auch die Therapiekosten im Einzelfall deutlich abweichen.

Wichtiger Hinweis: Die dargestellten Therapiekosten dienen ausschließlich der überschlägigen wirtschaftlichen Vergleichbarkeit verschiedener Therapieoptionen. Soweit keine offiziellen Abgabepreise vorliegen, beruhen die Berechnungen auf nachvollziehbaren Annahmen und Modellrechnungen. Die tatsächlichen Therapiekosten können hiervon erheblich abweichen. Der AVK von Exilby ist eine Modellannahme (Preis derzeit nicht veröffentlicht). Die Modellrechnung stellt keine Aussage über den späteren Marktpreis oder die Preisgestaltung des Herstellers dar.

faq

Abschnitt 4: FAQ

Cannabistherapie in der GKV: Was bleibt, was sich ändert ▼

Cannabisblüten sind aus dem besonderen Leistungsanspruch nach § 31 Abs. 6 SGB V gestrichen worden. Die Anspruchsvoraussetzungen selbst blieben unverändert. Seit Oktober 2026 besteht Klarheit über den vorgeschalteten Therapieversuch: GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände haben sich darauf verständigt, dass er nur in der zugelassenen Indikation eines Fertigarzneimittels erfolgt und seine Dauer im ärztlichen Ermessen liegt. § 31 Abs. 6 SGB V wird entsprechend angepasst; die Änderung soll mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung in Kraft treten. Unverändert gilt: Cannabisblüten sind seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr zulasten der GKV verordnungsfähig.

Was bleibt gleich?

  • Der Grundanspruch nach § 31 Abs. 6 SGB V besteht unverändert.
  • Standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon bleiben Bestandteil des Leistungsanspruchs.
  • Die Ausnahme vom Genehmigungsvorbehalt für bestimmte Facharztgruppen und Zusatzbezeichnungen bleibt bestehen.
  • Die verkürzten Entscheidungsfristen der Krankenkassen gelten unverändert.
  • Reine Dosisanpassungen sowie der Wechsel zwischen standardisierten Cannabisextrakten bedürfen keiner erneuten Genehmigung.
  • Die Verordnungsfähigkeit außerhalb der GKV bleibt vollständig unberührt.

Was wurde im Oktober 2026 beschlossen?

  • Ohne zugelassenes Fertigarzneimittel für die Indikation: kein vorgeschalteter Therapieversuch; ein Extrakt oder Rezepturarzneimittel kann direkt verordnet werden.
  • Mit zugelassenem Fertigarzneimittel für die Indikation: zunächst Therapieversuch mit diesem Präparat; die Dauer bestimmt die Ärztin oder der Arzt. Bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit ist ein Wechsel auf ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel möglich.
  • Bestandspatient:innen: vom Therapieversuch ausgenommen.

Bis die Gesetzesänderung in Kraft tritt, empfiehlt sich bei Ersttherapien die Rücksprache mit der Krankenkasse unter Verweis auf die Einigung der Verbände.

Muss jetzt immer zuerst ein Fertigarzneimittel eingesetzt werden? ▼

Nein. Seit Oktober 2026 sind sich GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände einig: Ein Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel ist nur dann vorgeschaltet, wenn für die konkrete Indikation ein zugelassenes Präparat zur Verfügung steht, etwa bei Spastik infolge Multipler Sklerose oder chemotherapieinduzierter Übelkeit. Gibt es für die Indikation kein zugelassenes Fertigarzneimittel, wie in weiten Teilen der Schmerztherapie, kann direkt ein Cannabisextrakt oder ein Rezepturarzneimittel verordnet werden.

§ 31 Abs. 6 SGB V wird entsprechend angepasst. Bis die Änderung in Kraft tritt, empfiehlt sich bei Ersttherapien die Rücksprache mit der Krankenkasse unter Verweis auf die Einigung der Verbände. Bestandspatient:innen sind von dieser Frage nicht betroffen.

Muss der Therapieversuch volle sechs Monate dauern? ▼

Nein. Seit Oktober 2026 sind sich GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände einig, dass es keine feste Dauer gibt: Wie lange der Therapieversuch mit dem Fertigarzneimittel dauert, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach der individuellen Situation. Erweist sich das Präparat als unwirksam oder wird es nicht vertragen, kann der Versuch jederzeit beendet und direkt auf ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel gewechselt werden. Ein zweites zugelassenes Fertigarzneimittel muss nicht erprobt werden.

Die bisherige Angabe von sechs Monaten in § 31 Abs. 6 SGB V wird mit der Gesetzesanpassung gestrichen. Bis dahin empfiehlt es sich, den Verlauf und die Gründe für einen Wechsel zu dokumentieren.

Entsteht durch die Neuregelung ein Zwang zum Off-Label-Use? ▼

Nein. Seit Oktober 2026 sind sich GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände einig, dass ein Fertigarzneimittel nicht außerhalb seiner zugelassenen Indikation eingesetzt werden muss. Der vorgeschaltete Therapieversuch gilt nur dort, wo das Präparat für die konkrete Indikation zugelassen ist; in allen anderen Fällen kann direkt ein Cannabisextrakt oder ein Rezepturarzneimittel verordnet werden.

§ 31 Abs. 6 SGB V wird entsprechend angepasst und schließt einen Off-Label-Zwang dann ausdrücklich aus. Bis die Änderung in Kraft tritt, empfiehlt sich bei Ersttherapien die Rücksprache mit der Krankenkasse unter Verweis auf die Einigung der Verbände. Für Bestandspatient:innen stellt sich diese Frage nicht.

Was passiert mit meiner bestehenden Therapie? ▼

Bei laufenden Behandlungen mit Cannabisextrakten, Rezepturen, Dronabinol oder Nabilon besteht der Anspruch fort; Folgeverordnungen sind ohne nachträglichen Therapieversuch möglich. Die KBV hat dies auch in ihrer Neubewertung vom 18. August 2026 ausdrücklich bestätigt. Die Begründung zu Änderungsantrag 11 sieht ebenfalls vor, dass der Vorrang des Fertigarzneimittels nicht für Bestandspatient:innen gilt.

Bei Cannabisblüten ist die Lage anders: Der Leistungsanspruch ist entfallen, eine ausdrückliche Übergangs- oder Bestandsschutzregelung enthält das Gesetz nicht, und die gemeinsame Klarstellung von KBV und GKV-Spitzenverband erfasst die Blütenversorgung nicht. Vorgesehen ist stattdessen die Umstellung auf ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel.

Kann meine Krankenkasse eine bereits erteilte Genehmigung widerrufen? ▼

Für Cannabisblüten ist diese Frage gesetzlich nicht eindeutig geregelt und wird voraussichtlich erst durch die Praxis der Krankenkassen, den Gemeinsamen Bundesausschuss oder die Rechtsprechung geklärt. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine frühzeitige Rücksprache und die Bitte um eine schriftliche, begründete Entscheidung.

Sind Cannabisblüten verboten? ▼

Nein. Es handelt sich um einen Erstattungsausschluss, nicht um ein Verbot. Cannabisblüten können weiterhin ärztlich verordnet und in Apotheken abgegeben werden; für gesetzlich Versicherte erfolgt dies auf Privatrezept und auf eigene Kosten.

Welche Auswirkungen hat das Gesetz auf Privatrezept und Selbstzahler? ▼

Keine. Cannabisblüten, Dronabinol, Cannabisextrakte und andere Cannabisarzneimittel können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden – unabhängig von einem vorherigen Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel und unabhängig von der aktuellen Auslegungsfrage zum Off-Label-Einsatz.

Gelten die neuen Regelungen auch für Dronabinol? ▼

Ja. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dronabinol sind im Gesetzestext ausdrücklich als Teil des Leistungsanspruchs genannt und werden wie standardisierte Cannabisextrakte behandelt:

  • Bestandspatient:innen: Laufende Dronabinol-Therapien können unverändert per Folgeverordnung fortgeführt werden.
  • Ersttherapie ohne zugelassenes Fertigarzneimittel für die Indikation: Dronabinol kann direkt verordnet werden.
  • Ersttherapie mit zugelassenem Fertigarzneimittel für die Indikation: Zunächst erfolgt ein Therapieversuch mit dem zugelassenen Präparat; erweist es sich als unwirksam oder unverträglich, kann auf Dronabinol gewechselt werden.

Darauf haben sich GKV-Spitzenverband, KBV und weitere Verbände im Oktober 2026 verständigt; § 31 Abs. 6 SGB V wird entsprechend angepasst. Bis die Änderung in Kraft tritt, empfiehlt sich bei Ersttherapien die Rücksprache mit der Krankenkasse unter Verweis auf diese Einigung.

Wie wirkt sich das Wirtschaftlichkeitsgebot aus? ▼

Das Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 12 SGB V stützt die Einigung der Verbände vom Oktober 2026 in zwei Punkten:

  • Indikationsbezug: Ein zugelassenes Fertigarzneimittel gilt nur in seinem zugelassenen Anwendungsgebiet als nachweislich zweckmäßig. Außerhalb dieser Indikation hat es keinen Vorrang vor Extrakten oder Rezepturarzneimitteln.
  • Kein Festhalten an unwirksamer Therapie: Erweist sich ein Fertigarzneimittel als unwirksam oder wird es nicht vertragen, ist eine Weiterverordnung unwirtschaftlich. Der Therapieversuch kann dann beendet und direkt auf ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel umgestellt werden. Die Begründung zur geplanten Gesetzesänderung hält dies ausdrücklich fest.

Darüber hinaus gilt das allgemeine Wirtschaftlichkeitsgebot uneingeschränkt, etwa bei der Wahl von Darreichungsform und Verordnungsmenge. Für mögliche Wirtschaftlichkeitsprüfungen empfiehlt es sich, Indikation, Therapiewahl sowie Gründe für einen Abbruch oder Wechsel nachvollziehbar zu dokumentieren.

Welche zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel gibt es derzeit? ▼

Derzeit sind vier cannabishaltige Fertigarzneimittel zugelassen, jeweils für eng umgrenzte Indikationen:

  • Sativex® (Nabiximols) ist ein Mundspray mit THC und CBD im Verhältnis von etwa 1:1. Es ist zugelassen zur Zusatzbehandlung mittelschwerer bis schwerer Spastik bei Multipler Sklerose.
  • Canemes® (Nabilon) enthält ein synthetisches Cannabinoid und ist zugelassen zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie.
  • Epidyolex® (Cannabidiol) ist ein reines CBD-Präparat. Es ist zugelassen zur Zusatzbehandlung von Krampfanfällen beim Lennox-Gastaut- und beim Dravet-Syndrom, jeweils in Kombination mit Clobazam, sowie bei Tuberöser Sklerose.
  • Exilby® (VER-01) ist ein standardisierter, THC-reicher Cannabis-Vollspektrumextrakt und zugelassen zur Behandlung chronischer Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente.

Nur in diesen Indikationen ist ein Therapieversuch mit dem jeweiligen Präparat vorgeschaltet. Für alle anderen Indikationen kann direkt ein Cannabisextrakt oder ein Rezepturarzneimittel verordnet werden.

Wie kann Copeia unterstützen ▼

Copeia passt den Arztfragebogen sowie die Entscheidungsunterstützung für GKV-Verordnungen laufend an die geltende Rechtslage an. Der Fragebogen unterscheidet zwischen Indikationen mit und ohne zugelassenes Fertigarzneimittel und führt Ärztinnen und Ärzte so zum jeweils passenden Vorgehen. Begründungen für die Krankenkasse lassen sich damit nachvollziehbar und mit Verweis auf die Einigung der Verbände formulieren.

Sobald die Anpassung von § 31 Abs. 6 SGB V in Kraft tritt, wird Copeia die Inhalte zeitnah aktualisieren. Gleiches gilt für weitere Konkretisierungen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, die Krankenkassen oder die Rechtsprechung.

Quellen ▼
  • Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) vom 24. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 228
  • § 31 Abs. 6 SGB V in der seit 30. Juli 2026 geltenden Fassung
  • KBV: Neue Regelungen zur Verordnung von Cannabis – KBV und GKV-Spitzenverband schaffen Klarheit, PraxisNachrichten vom 06.08.2026
  • KBV: Themenseite Cannabisarzneimittel, Abschnitt "Therapieversuch mit Fertigarzneimittel" (Neubewertung, Stand ab 18.08.2026)
  • KBV: Homöopathika, Anthroposophika und Cannabisblüten nicht mehr verordnungsfähig, PraxisNachrichten vom 30.07.2026
  • Bundesministerium für Gesundheit: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – Verfahrensverlauf und Materialien
  • Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit, BT-Drs. 21/7016
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung: Stellungnahme zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
  • Änderungsanträge der Fraktionen CDU/CSU und SPD zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung – Folgeregelungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, Ausschussdrucksache 21(14)107, Änderungsantrag 11
  • Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung, BT-Drs. 21/6808
  • Deutscher Bundestag, Ausschuss für Gesundheit: Öffentliche Anhörung zu den Änderungsanträgen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz am 7. Oktober 2026
  • Stellungnahmen zur Anhörung am 7. Oktober 2026: GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AOK-Bundesverband, Verband der Ersatzkassen, Gemeinsamer Bundesausschuss
Rechtlicher Hinweis ▼

Stand: 12. Oktober 2026. Diese Seite wird laufend aktualisiert.

Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische, rechtliche oder pharmazeutische Beratung.

Die Darstellungen auf dieser Seite beruhen auf der im Oktober 2026 erzielten Einigung von GKV-Spitzenverband, KBV und weiteren Verbänden zum Umfang des vorgeschalteten Therapieversuchs. Diese Einigung ist eine Verständigung über die praktische Umsetzung; der Wortlaut von § 31 Abs. 6 SGB V wird erst mit der geplanten Gesetzesanpassung entsprechend geändert. Bis zu deren Inkrafttreten gilt formal die bisherige Fassung. Angaben zur Gesetzesänderung geben den Stand des parlamentarischen Verfahrens wieder und können sich bis zur Verabschiedung noch ändern. Eine sozialgerichtliche Klärung steht aus. Angaben zu Verordnungsvoraussetzungen, Genehmigungspflichten, Kostenerstattung und Fristen können sich durch weitere Konkretisierungen kurzfristig ändern.

Für die konkrete Verordnungs- oder Therapieentscheidung im Einzelfall ist stets Rücksprache mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt sowie gegebenenfalls mit der zuständigen Krankenkasse zu halten. Angaben zu Kosten, Erstattungsbeträgen und Marktverfügbarkeit einzelner Präparate sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Krankenkasse, Rabattvertrag und Zeitpunkt abweichen.

Wir sind bemüht, die Inhalte dieser Seite fortlaufend zu aktualisieren und an die aktuelle Rechtslage anzupassen. Eine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen können wir dennoch nicht übernehmen. Für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung der bereitgestellten Informationen entstehen, wird keine Haftung übernommen, soweit nicht Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt

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GKV Check CAM

Prüfung der Voraussetzungen einer Kostenübernahme für Cannabisarzneimittel durch die gesetzliche Krankenversicherung

GKV Arztfragebogen cam

Arztfragebogen für die Kostenübernahme von Cannabisarzneimitteln durch die gesetzliche Krankenversicherung

GKV-Check & Arztfragebogen: Update zur neuen Rechtslage
Prüfen. Beantragen. Dokumentieren. Ihre Unterstützung für die Verordnung einer Therapie mit Cannabisarzneimittel

Der Copeia GKV-Check zur Prüfung der Voraussetzungen für eine GKV-Kostenübernahme sowie der Copeia Arztfragebogen zur strukturierten Dokumentation und Begründung einer Cannabistherapie können weiterhin genutzt werden. Ergebnisse zu Cannabisblüten spiegeln die neue Rechtslage derzeit noch nicht wider.

Da mehrere Auslegungsfragen zur praktischen Umsetzung der Neuregelung – etwa zum Umgang mit bereits laufenden Therapien – derzeit noch offen sind, werden wir GKV-Check und Arztfragebogen nach Veröffentlichung entsprechender Klarstellungen durch Krankenkassen, den Medizinischen Dienst (MD) oder andere zuständige Institutionen zeitnah aktualisieren.

GKV-Check:CAM & GKV-Arztfragebogen:CAM → weitere Informationen

Für eine sichere, fundierte und individuelle Cannabistherapie

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