Von den vielen chemischen Verbindungen der Cannabispflanze sind zwei Komponenten von zentraler Bedeutung für den Einsatz in der Medizin:

  • Cannabinoide
  • Terpene

Die Synergie zwischen Cannabinoiden und Terpenen ist eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Wirkungsweisen der einzelnen Sorten. Das therapeutisch Zusammenspiel dieser Komponenten wird als Entourage-Effekt bezeichnet.

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Cannabinoide

Phytocannabinoide

Die Cannabispflanze enthält ca. 140 verschiedene Cannabinoide, die sogenannten Phytocannabinoide (Phyto; griech. für Pflanze), wobei Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) die beiden Hauptwirkstoffe darstellen. In der Pflanze existieren diese überwiegend in ihrer sauren Form (THCA, CBDA). Erst durch Einwirkung von Hitze entstehen die bioaktiven, d. h. vom Körper aufnahmefähigen, Moleküle THC und CBD. Diesen Schritt nennt man Decarboxylierung. Bei Cannabigerol, Cannabichromen und Cannabinol handelt es sich um weitere interessante Phytocannabinoide, deren Pharmakologie und Wirkung derzeit erforscht werden.

THC - Tetrahydrocannabinol

THC bzw. Dronabinol ist das am besten untersuchte Phytocannabinoid. In den meisten Cannabissorten stellt THC das Cannabinoid mit der höchsten Konzentration dar und verursacht die psychotrope Wirkung von Medizinalcannabis. Es bindet an die Endocannabinoidrezeptoren CB1 und CB2 mit Auswirkungen auf das zentrale und periphere Nervensystem. Wichtige therapeutische Wirkungen sind Schmerzlinderung, Muskelentspannung, Appetitsteigerung sowie Verminderung von Übelkeit und Erbrechen.

CBD - Cannabidiol

CBD weist im Gegensatz zu THC keine psychotropen Wirkungen auf und stellt in den meisten Cannabissorten das zweithäufigste Phytocannabinoid dar. Es kann den psychoaktiven Effekt von THC hemmen und somit bei vielen Patienten zu einer besseren Verträglichkeit führen. Es ist weniger gut charakterisiert als THC, so ist z. B. der Wirkmechanismus noch nicht genau bekannt. Zwei seltene Epilepsieformen bei Kindern sind die einzigen gesicherten Indikationen. Jedoch werden derzeit u. a. entkrampfende, angstlösende, antipsychotische sowie entzündungshemmende Wirkungen erforscht.

Im Analyse Zertifikat wird vor allem die Konzentration von THC, CBD und in manchen Fällen auch von CBN gemessen.

Grundsätzlich gilt bei der Analyse von Cannabinoide eine Toleranz von +/- 10% des auf dem Label angegeben Werts als zulässig.

Das bedeutet, dass wenn eine Lieferung mit 20% THC gekennzeichnet ist, kann diese auch 18% oder 22% THC beinhalten.

Terpene

Terpene

Terpene sind nicht-psychoaktive aromatische Inhaltsstoffe, die jeder Cannabis-Sorte ein individuelles Aroma verleihen. Terpene befinden sich überwiegend in den Trichomen Der Blüte. Als Trichome bezeichnet man haarähnliche Strukturen auf den Oberflächen von Cannabis Pflanze. Terpene kommen in der ganzen Natur vor. Ein bekanntes Terpen ist zum Beispiel das Limonen-Terpen, das Zitrusfrüchten ihr ausgeprägtes Aroma und Aroma verleiht.

Derzeit wird an einer genaueren Analyse des Zusammenspiels von Terpenen und Cannabinoiden geforscht, um das Kombinationspotenzial gezielt therapeutisch einsetzen zu können.

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Das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System (ECS) hilft das komplexe System unseres Körpers in Balance zu halten.

Des ECS steht in engem Zusammenhang mit den selbstregulierenden Prozessen unseres Körpers wie der Kontrolle von:

  • Schmerz
  • Motorik
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schlaf
  • Regulierung des Appetits

und vielen weiteren Funktionen.

Die Cannabinoide THC und CBD binden an die Rezeptoren des ECS und modulieren so die Ausschüttung von Botenstoffen, mit Auswirkung auf das zentrale und periphere Nervensystem.

Das Endocannabinoidsystem im Detail

Das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoidsystem ist an der Regulation vielfältiger Funktionen in unserem Nerven- und Immunsystem beteiligt. Es besteht aus den Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2 und ihren natürlichen Liganden, den Endocannabinoiden.

Der CB1-Rezeptor kommt im Körper in vielen Organen vor. Er findet sich z. B. in bestimmten Bereichen des Rückenmarks, welche wichtig für die Schmerzweiterleitung sind. Im Gehirn wird der Rezeptor in Regionen gebildet, die bei der Koordination von Bewegung und der Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen sowie der Gedächtnisbildung eine entscheidende Rolle spielen.

In diesen Geweben befindet sich der CB1-Rezeptor auf Nervenzellen. Die körpereigenen Cannabinoide, die sogenannten Endocannabinoide, Anandamid und 2-Arachidonylglycerol binden an den Rezeptor und lösen eine biochemische Reaktion aus. An deren Ende steht die Inhibition der Ausschüttung von erregenden oder hemmenden Botenstoffen. Bei diesen Botenstoffen handelt es sich um Neurotransmitter wie z. B. Serotonin, Glutamat, Dopamin oder Noradrenalin.

Die Endocannabinoide sorgen im Zusammenspiel mit den CB1-Rezeptoren für einen Ausgleich bei einer Über- bzw. Unteraktivität dieser Neurotransmitter. Der CB1-Rezeptor befindet sich ebenfalls im Hirnstamm. Hier werden viele Vitalfunktionen wie das Atmen gesteuert. Da hier nur geringe Konzentrationen des Rezeptors vorhanden sind, können auch große Mengen THC die Funktionen des Hirnstammes nicht beeinträchtigen. Dies ist der Grund, warum es keine Todesfälle durch eine Überdosierung mit Medizinalcannabis gibt.

CB2-Rezeptoren sind hauptsächlich auf den Zellen des Immunsystems lokalisiert. Das Immunsystem schützt den Körper vor Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern.

Das Endocannabinoidsystem lässt sich pharmakologisch durch Medizinalcannabis beeinflussen. Das Phytocannabinoid THC, einer der beiden Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze, bindet ähnlich wie die Endocannabinoide an den CB1-Rezeptor und hemmt so die Schmerzweiterleitung im Rückenmark. Durch vergleichbare Mechanismen werden darüber hinaus Symptome wie z. B. Muskelspastik, Übelkeit, Erbrechen sowie Angst- und Zwangsstörungen gemildert.

Entdeckung des Endocannabinoid Sytems

Entdeckung des Endocannabinoid Sytems

In den 1960er Jahren entdeckte der Israelische Forscher Raphael Mechoulam erstmals die aktiven Komponenten der Pflanze: das THC und kurz darauf CBD.

Er entdeckte, dass diese Cannabinoide die Fähigkeit besitzt, sich molekular mit bestimmten Rezeptoren zu verbinden, die in vielen Zellen unseres Körpers enthalten sind.

In den 1990er Jahren entdeckten Mechoulan und sein Team, dass der menschliche Körper auf natürliche Weise Cannabinoide produziert. Das erste erkannte Endocannabinoide wurde Anandamide (Sanskrit für Freude) genannt. Das Erkennen weiterer ähnlicher Moleküle, führte zu der Erkentnis, das Anandamid Teil eines breiteren Systems der interzellulären Kommunikation in unserem Körper war.

Dieses bisher unbekannte System ist mittlerweile als Endocannabinoidsystem bekannt und steht in engem Zusammenhang mit den selbstregulierenden Prozessen unseres Körpers

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